1
2
3
4

Die Geschichte von Mühlacker und Dürrmenz

Dürrmenz

Schon vor über 12.000 Jahren wurde der fruchtbare Lössboden an der Enz besiedelt. Die Spuren neolithischer, bronze- und eisenzeitlicher Bauern finden sich ebenso wie die der Kelten und Römer. Um das Jahr 500 wurden die hier ansässigen Alemannen von den Franken besiegt und der Enzgau ins Frankenreich integriert.
Dürrmenz wurde 779 als Turmenz im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt, der Weiler Mühlacker erst 1292. Im 11. Jahrhundert ist eine Vorgängerburg der heutigen Burgruine Löffelstelz belegt. Ulrich von Dürrmenz wurde 1163 zum Bischof von Speyer gewählt und war zuvor Kanzler von Kaiser Friedrich I. Barbarossa.

Die heutige Burg Dürrmenz, später „Löffelstelz“ genannt, wurde im 13. Jahrhundert erbaut und bestand nach mehreren Zerstörungen und teilweisem Wiederaufbau bis circa 1620. Bis 1482 verkauften die zwar kinderreichen, aber verarmten Herren von Dürrmenz nach und nach die Burg und die Siedlung in Dürrmenz an das auf Erweiterung bedachte Kloster Maulbronn. Mit der Übergabe des Klosters an Herzog Ulrich 1504 wurden auch Dürrmenz und die zugehörigen Weiler Mühlacker und Untermberg württembergisch.
1604 begann und beendete Herzog Friedrich auf Dürrmenzer Gemarkung einen 30-tägigen Umritt um sein Territorium, woran noch heute der Herzogstein erinnert.
Der Dreißigjährige Krieg bedeutete vor allem Not und Elend für die einheimische Bevölkerung. Von 1242 Einwohnern im Jahre 1622 waren 1648 nur noch etwa 50 im Gemeindegebiet ansässig. Nachdem 1692 Mühlacker infolge des Scharmützels bei Ötisheim von französischen Truppen geplündert worden war, wurden die „Eppinger Linien“ als Schutzwall gegen weitere Angriffe aus Westen errichtet. Um die Bevölkerungsverluste der vorangegangenen Jahrzehnte auszugleichen und die Wirtschaftskraft des Landes zu steigern, ließ der württembergische Herzog 1699 von Dürrmenz aus 1700 Hugenotten und Waldenser, von Ludwig XIV. aus Frankreich vertriebene piemontesische Protestanten, über sein Territorium verteilen. Im sogenannten „Welschdorf“ in Dürrmenz siedelten sich 500 Hugenotten an, die erst 1823 in die württembergische Landeskirche eingegliedert wurden.

Das Industriezeitalter begann für die Gemeinde 1853 mit dem Bau der Eisenbahn von Stuttgart ins Rheinland und dem 1863 erfolgten Anschluss an die badische Bahnlinie Pforzheim-Durlach. Begünstigt durch die guten Verkehrsverhältnisse und den Wegfall staatlicher Handelseinschränkungen entwickelten sich mit der Zeit aus kleinen Anfängen stattliche Betriebe, die sich großenteils in der Nähe des Bahnhofs ansiedelten. Der einstige kleine Weiler Mühlacker wurde seit 1900 zum bedeutenden Industriestandort und überflügelte den bis dahin dominierenden Hauptort Dürrmenz sowohl in puncto Einwohnerzahlen als auch bei der Wirtschaftskraft. Dürrmenz zählt heute 3 650 Einwohner, Mühlacker (nur Kernstadt) 11 000 Einwohner.
Inflation und Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg wirkten sich zwar wie überall in Deutschland hemmend aus, aber Mühlacker erlebte gleichzeitig durch die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen im neuerrichteten Uhlandbau seine „Goldenen zwanziger Jahre“, die ihm überregionale Bedeutung verschafften.

Die Stadt Mühlacker

1930 erfolgte die Erhebung der bisherigen Gemeinde Dürrmenz-Mühlacker zur Stadt Mühlacker. Der gleichzeitig errichtete erste deutsche Großrundfunksender – zunächst als zweitürmige Anlage, ab 1934 als 193 m hoher Holz-Sendemast – machte den Namen der jungen Stadt weithin bekannt.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte auch Mühlacker Zerstörungen durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss.
Mehr als 3000 Flüchtlinge und Vertriebene fanden in den folgenden Jahren in Mühlacker eine neue Heimat. Der Zustrom so vieler Menschen ließ die Stadt rasch wachsen. Neue Wohn- und Industriegebiete entstanden. Im Zuge einer Verwaltungsreform wurden von 1971-1975 die Gemeinden Lomersheim, Enzberg, Mühlhausen, Großglattbach und Lienzingen zu Stadtteilen der neuen Großen Kreisstadt Mühlacker, die 1973 nach Auflösung des alten Kreises Vaihingen dem Enzkreis angegliedert wurde und seitdem zum Regierungsbezirk Karlsruhe gehört.
Für das schon vor dem Zweiten Weltkrieg verfolgte Ziel einer richtigen Stadtmitte wurde von 1970-1990 die Innenstadt fast völlig umgestaltet und die B 10 in einem großen Bogen um das neugeschaffene Zentrum herumgeführt. Zum Abschluss der Stadtmittegestaltung erhielt Mühlacker 1982 nicht nur einen Theater- und Veranstaltungssaal im neuen Mühlehof, sondern 1990 auch ein modernes Rathaus auf dem Kelterplatz.

Die seit 1978 bestehende Städtepartnerschaft mit der norditalienischen Stadt Bassano zeigt auch die Verbundenheit Mühlackers mit der großen Zahl der seit den sechziger Jahren hier lebenden Menschen italienischer Herkunft.
Nachdem in den 1970er und 1980er Jahren die Lenkung der Verkehrsströme und die Schaffung zentraler Einrichtungen im Mittelpunkt des kommunalpolitischen Interesses standen, widmenten sich die Umgestaltungen im Zuge des Grünprojekts „Enzgärten 2015“ der Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität der Bevölkerung durch Schaffung einer grünen Lunge an der renaturierten Enz. Die Gesamtstadt zählt heute rund 25 650 Einwohner.

Das Wappen von Mühlacker

DasWappen von Mühlacker

Wappenbeschreibung
In Blau ein goldener (gelber) Wellenbalken begleitet oben von einem goldenen (gelben) Ring mit rotem Stein, unten von einem vierspeichigen, sechsschaufeligen goldenen (gelben) Mühlrad mit roter Achse.
Der Wappenspruch Mühlackers lautet: Ring und Rad – Treue und Tat.

Flaggenfarben
gelb- blau (gold - blau)

verliehen
1926

 
Die Stadt Mühlacker bei Facebook

Stadtverwaltung Mühlacker · Kelterplatz 7 · 75417 Mühlacker · Telefon 07041-876-10 · Telefax 07041-876-321 · stadt@muehlacker.de