Wasserturm
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Viel Lob für Großinvestition der Stadtwerke - Pionierleistung in der Biogas-Technologie

Durch ihre zukunftsweisenden Technologien gilt die Anfang September eingeweihte Biomethananlage als eine der innovativsten in Deutschland.

FührungAm 6. September haben die Stadtwerke in Mühlacker die erste Biomethananlage des Landes eingeweiht. In modernster Verfahrenstechnik wird das aus landwirtschaftlichen Rohstoffen gewonnene Methan auf Erdgasqualität aufbereitet und kann so ins kommunale Versorgungsnetz eingespeist werden. Über 100 heimische Landwirte „füttern“ den 10 Millionen Euro teuren Reaktor. „Die Stadtwerke werden mit der Anlage ein Stück weit unabhängiger von einer wechselhaften Energie- und Weltpolitik, aber auch von den großen marktbeherrschenden Unternehmen“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Arno Schütterle. Mit der Investition der Stadtwerke Mühlacker würde die regionale Versorgungssicherheit gesteigert. Die Stadtwerke Mühlacker würden aber auch die politischen Vorgaben zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes „bei weitem“ übertreffen. Energetisch verwertet wird dieses in den „Waldäckern“ erzeugte Gas theoretisch an jeder Verbrauchsstelle, gleich ob in Haushalten, der Industrie oder an der Erdgastankstelle. Lukrativ wird das ganze Projekt für den Investor und Betreiber, die Stadtwerke Mühlacker, freilich dadurch, dass der Gasbedarf des Blockheizkraftwerks im Sportzentrum der Biomethan-Produktion zugeordnet wird.

80-prozentiger Nutzungsgrad

Dort wird Heizenergie zur Wärmeversorgung des Sportzentrums und Teilen der Stadtmitte gewonnen und gleichzeitig elektrische Energie. So generiert die Biomethananlage einen Nutzungsgrad von rund 80 Prozent, und damit fast doppelt so viel wie konventionelle Anlagen, wo zwar elektrischer Strom gewonnen wird, aber häufig keine ganzjährige Verwertung der zwangsläufig anfallenden Abwärme der Generatoren erfolgt. Planer Andreas Seebach von RES-Projects in München sprach deshalb bei der Einweihung auch von einem „Meilenstein in der Anwendung der Biogastechnologie in Baden-Württemberg“. Bislang gebe es erst eine kleinere vergleichbare Anlage in Bayern.

Überregionale Vermarktung

Weil das Blockheizkraftwerk im Mühlacker Sportzentrum längst nicht den Energiebedarf besitzt, den die Biomethananlage im Volllastbetrieb produziert – jährlich bis zu 50 Millionen Kilowattstunden – wird das Biogas auch überregional vermarktet, „virtuell“ freilich. So vertreiben beispielsweise die Technischen Werke Friedrichshafen seit April ihr Produkt „NaturGas“, dem rechnerisch 20 Prozent Biomethan aus Mühlacker beigemischt werden. In der Senderstadt heißt dieses Premium-Produkt „WaldäckerGas“. Mit diesem Produkt werden die Vorgaben des neuen Erneuerbare-Wärme-Gesetzes erfüllt, wonach Bauherren verpflichtet werden, 20 Prozent ihres jährlichen Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken. Der Winkelzug: Besagter 20-Prozent-Anteil steckt bereits in der Heizenergie.

In Rekordzeit umgesetzt

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Meeh wies auf die relativ kurze Realisierungszeit des auf 10 Millionen Euro veranschlagten Projekts hin: Noch im Herbst 2006 unternahm der Aufsichtsrat Besichtigungsfahrten und 2 Jahre später ist die Anlage in Mühlacker im Vollbetrieb – wobei die Anlage seit Dezember 2007 tatsächlich läuft. „Wir dürfen deshalb mächtig stolz sein, der erste Biomethan-Einspeiser in Baden-Württemberg zu sein“, sagte Meeh.

Investition in die Zukunft

Bei der Einweihungsfeier sprach Landrat Karl Röckinger die „rein inländische Wertschöpfungskette“ bei der Erzeugung von Biomethan an. Diese von deutschen Firmen entwickelte Technologie sei mit guten Exportchancen verbunden. Gleichzeitig warnte Röckinger aber vor Marktverwerfungen zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion. Ungeachtet dessen könne Biogas einen steigenden Beitrag zum Energiemix leisten, sagte der Landrat. Aktuell haben die Stadtwerke Mühlacker Lieferverträge mit über 100 Landwirten zwischen den Ballungsräumen Stuttgart und Karlsruhe. Gespeist wird die Anlage vorwiegend mit Mais, aber auch mit verschiedenen Grasarten und teilweise auch Getreide. In geringem Umfang wird gelegentlich auch Gülle beigemischt, um den mikrobiologischen Prozess zu beschleunigen.

Meeh

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Meeh ging in seiner Ansprache auf die Entstehungsgeschichte der Biomethananlage ein. Als originelles Geschenk erhielten die Besucher je einen Eimer Dünger für den eigenen Garten.

 

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