Kommunale Stromlieferanten werden zu Erzeugern - Kohlekraftwerk am Elbehafen konsequent auf Kurs
Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Stadtwerke Mühlacker bekennen sich konsequent zum geplanten Kohlekraftwerk in Norddeutschland.
Modernste Technologie, ein hoher Wirkungsgrad und die Möglichkeit, eine CO2-Abscheidung nachzurüsten, sobald die Technologie wirtschaftlich verfügbar ist – das sind die Eckpunkte der neuen Anlage am Elbehafen in Brunsbüttel. „Der Einstieg in die eigene Stromerzeugung ist wichtig, um auch in Zukunft zu bestehen“, erklärt Jürgen Meeh, Geschäftsführer der Stadtwerke Mühlacker. Es sei völlig klar, dass Deutschland in den nächsten Jahrzehnten nicht auf neue Kohlekraftwerke verzichten könne, wenn die Politik gleichzeitig den Atomausstieg verfolge.
Projekt macht Fortschritte
Nachdem der Bebauungsplan für das Projekt in Brunsbüttel seit Juni Rechtskraft besitzt, sieht der weitere Zeitplan vor, die Antragsunterlagen für die erste Teilerrichtungsgenehmigung, die die Umweltverträglichlichkeitsuntersuchung mit allen Gutachten sowie die Bauanträge für die Kühlwasserkette und das Kohlelager beinhaltet, noch im Spätjahr bei der Genehmigungsbehörde in Itzehoe einzureichen. Dem wird im ersten Halbjahr 2009 das Genehmigungsverfahren für den so genannten Power Block, das „eigentliche Kraftwerk“, folgen, sodass mit einer Vollgenehmigung bis Ende nächsten Jahres gerechnet werden kann. Die ersten Bauarbeiten für die Kühlwasserkette und das Kohlelager könnte derweil schon im Laufe des nächsten Jahres beginnen.
Mit Engagement dabei
Für den 900-Megawatt-Block unter der Regie des SüdwestStrom-Konsortiums waren zur Jahresmitte etwa die Hälfte der Anteile gezeichnet. Die Stadtwerke Mühlacker haben dabei einen Bedarf von 6 Megawatt geordert, was einem Gesellschaftsanteil von derzeit 1,56 Prozent entspricht. Die Gesellschafterstruktur ist so offen gestaltet, dass sich interessierte Städte und Gemeinden sogar mit weniger als 0,1 Prozent beteiligen können. Gleichzeitig wächst die Zahl der Gesellschafter der Betreibergesellschaft SüdWestStrom kontinuierlich. Weitere Stadtwerke aus Deutschland und Versorgungsunternehmen aus der Schweiz sind mit Engagement dem Kraftwerksprojekt Brunsbüttel beigetreten.
Lohnende Investition
Bei SüdwestStrom ist man überzeugt, dass sich in der laufenden zweiten Jahreshälfte der Gesellschafterkreis weiter vergrößern wird: „Wir wissen, dass seit dem Ende der Sommerferien die Aufsichtsratsgremien weiterer interessierter Stadtwerke ihre Überlegungen vertieften, den Beitritt zum Projekt zu beschließen. Die Gesellschafterzahl und damit auch die gezeichnete Leistung im Projekt werden sich im Spätjahr daher kontinuierlich erhöhen“, heißt es aus der Zentrale von SüdwestStrom in Tübingen.
Treffpunkt Mühlacker (www.muehlacker.de)
