Hightech in den Mühlacker Waldäckern entlastet die Umwelt
Biomethan aus nachwachsenden Rohstoffen
Seit Mitte Dezember wird ins Erdgasnetz in Mühlacker auch aus Mais gewonnenes Biomethan eingespeist. Gut ein halbes Jahr nach dem Baubeginn hat die Gasgewinnung begonnen.
Das Prestigeobjekt der Stadtwerke Mühlacker in den Waldäckern gilt als besondere Innovation: Denn das aus landwirtschaftlichen Rohstoffen erzeugte Gas wird in einem komplexen technologischen Verfahren, dem so genannten Druckwechsel-Adsorptionsverfahren, in Erdgasqualität aufgewertet und kann deshalb ins Leitungsnetz eingespeist werden.
Mit exakt dieser physikalischen Menge erzeugten Methangas wird das Blockheizkraftwerk des Sportzentrums beim Hallenbad gespeist, das derzeit auch die Sporthalle und die Uhlandschule beheizt und in einem weiteren Bauabschnitt künftig auch das Gymnasium sowie Gebäude in der Stadtmitte wie Rathaus, Mühlehof und Geschäftshäuser. Die im Heizkraftwerk gleichzeitig gewonnene elektrische Energie wird durch staatliche Förderung in solchem Umfang unterstützt, dass sich wiederum die Gasgewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen rechnet.
Weniger Schadstoffausstoß
Die Biogasanlage besitzt auch eine umweltpolitische Komponente. Nach Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke, Oberbürgermeister Arno Schütterle, wird mit der Anlage das bundesweite Ziel, bis 2012 den Ausstoß von CO2 um 5,5 Prozent zu reduzieren, in naher Zukunft erreicht. In ihrem Endausbau im Spätsommer dieses Jahres werde die Anlage den jährlichen Heizgas-Verbrauch von rund 2000 Vier-Personen-Haushalten abdecken.
Laut der Projekt-Entwicklungsgesellschaft RES aus München zählt die Anlage in Mühlacker zur ersten und größten dieser Art in Baden-Württemberg. Ihre Aufbereitungskapazität beträgt etwa 4,4 Millionen Normkubikmeter. Der große Vorteil gegenüber der Verstromung von Methan vor Ort besteht darin, dass durch die Einspeisung von veredeltem Biogas ins Erdgasnetz die gewonnene Energie effizienter eingesetzt werden kann. Die Qualität des erzeugten Methans wird übrigens permanent überprüft. Durch minimale Flüssiggaszugaben können gegebenenfalls Defizite ausgeglichen werden. So wird sichergestellt, dass der Brennwert immer konstant gleich bleibt und etwa beim Brenner der Gasheizung die Flammen nicht zwischendurch „flackern“.
Derzeit laufen die Arbeiten zum Ausbau der zweiten Produktionslinie. Voraussichtlich bis September soll die Anlage dann ihre komplette Leistung erreicht haben. Nach Abschluss der Bauarbeiten ist geplant, die Anlage bei einem „Tag der offenen Tür“ der Öffentlichkeit im Detail vorzustellen. Der genaue Termin hierzu wird in der Tagespresse bekannt gegeben.
Treffpunkt Mühlacker (www.muehlacker.de)
