Neujahrsansprache von OB Frank Schneider am 6.1.2010 im Mühlehof
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
verehrte Gäste des Neujahrskonzerts,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
verehrte Ehrengäste,
ich freue mich sehr, Sie erstmals als Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Mühlacker im Gottlob-Frick-Saal willkommen heißen zu dürfen.
Begrüßen möchte ich namentlich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Herrn Krichbaum,
Herrn Prof. Dr. Schweickert und Herrn Kilic sowie
die Landtagsabgeordneten, Herrn Scheuermann, Herrn Knapp und Herrn Dr. Rülke.
Ich freue mich, ferner zwei meiner Amtsvorgänger willkommen heißen zu dürfen, Herrn Ehrenbürger Gerhard Knapp sowie den seit wenigen Tagen frisch vermählten Klaus Schönfeld mit Gattin Brigitte Schönfeld, denen ich in unser aller Namen ganz herzlich gratulieren darf.
Aus unseren Nachbarkommunen begrüße ich ganz herzlich Herrn Bürgermeister Kurz aus Niefern-Öschelbronn, Herrn Bürgermeister Felchle aus Maulbronn, Herrn Bürgermeister Eiberger aus Illingen, Herrn Bürgermeister Hopp aus Knittlingen sowie Bürgermeister-Stellvertreter Walter Pflüger aus Öisheim.
Ich heiße auch alle Kreis- und Gemeinderäte herzlich willkommen sowie Vertreter unserer Kirchen, der Wirtschaft, der Vereine, Schulen und Behörden.
Zusammen mit dem Großen Blasorchester des Musikvereins Enzberg wollen wir alle gemeinsam das neue Jahr schwungvoll begrüßen und auch auf das vergangene zurückblicken.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die in den USA ihren Ausgang genommen hat, war d a s bestimmende Thema des vergangenen Jahres 2009. Und leider wird das auch im neuen Jahr so bleiben. Die wirtschaftlichen Prognosen sehen nun zwar etwas besser aus, doch ausgestanden sind die Folgen der Weltwirtschaftskrise leider noch nicht. Dies gilt insbesondere auch für die Automobilbranche und ihre Zuliefer-Betriebe.
Aus kommunaler Sicht müssen wir mit einem noch nie
dagewesenen Einbruch städtischer Einnahmen fertig werden. Gleich zweimal musste die Haushaltssatzung 2009 nach unten angepasst werden. So haben sich die Einnahmen bei der wichtigsten kommunalen Steuer, der Gewerbesteuer, in Mühlacker innerhalb nur eines Jahres halbiert!
Dennoch wurden im vergangenen Jahr wieder erhebliche Mittel investiert – vor allem im Schulbereich.
Nennen möchte ich heute aber beispielhaft ein Stadtteil-Projekt, denn es sind heute ja viele Enzberger unter uns: das neue Sportzentrum in Enzberg.
Die Vorgeschichte dieses Vorhabens reicht bis in die 70er Jahre hinein. Unser Ehrenbürger, Alt-OB Knapp, wird sich noch gut daran erinnern. In den 80er Jahren wurde das Projekt auf die ebenfalls schon lange gewünschte Verlegung der B 10 samt Hochwasserschutz abgestimmt. Diese hing wiederum mit der Sanierung des Ortskerns und diese wiederum mit der Beseitigung der 3 Bahnübergänge zusammen, die man schon vor dem 2. Weltkrieg als städtebauliches Hindernis empfand. – Man sieht also, meine sehr verehrten Damen und Herren, Kommunalpolitik ist oft eine Ausdauersportart!
Im Jahr 2009 schließlich entstanden - quasi als krönender Abschluss - die neuen Faustballplätze, Räumlichkeiten für die Jugendlichen, die in den nächsten Wochen noch angeschlossen und ausgestattet werden müssen, die beiden Fußballplätze und das Vereinsheim der Viktoria. Und dessen nicht genug, 2009 war auch noch das Jubiläumsjahr der Viktoria zu ihrem 100-jährigen Bestehen, in dem die Aktiven gleich noch eines draufsetzten und den Aufstieg in die A-Liga schafften.
Wenn man dann sogar noch darauf verweisen kann, dass der Festredner der Viktoria zum designierten Ministerpräsidenten unseres Landes wurde, kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! – perfekter geht es kaum noch.
Weshalb ich dieses Beispiel heute aber auch gewählt habe ist, dass es exemplarisch ist für viele kommunale Projekte.
Oft sind sehr viele Beteiligte unter einen Hut zu bringen, Behörden, Verbände, Private und Vereine; viele sondergesetzliche Bestimmungen zu beachten, mehrere Geldquellen müssen angezapft werden - und natürlich, das Hauptorgan der Stadt, der Gemeinderat, muss zusammen mit der Verwaltung alles unter einen Hut bringen und die erforderlichen Beschlüsse fassen.
Eingehende Diskussionen sind hierzu in den Gremien nötig unter Beachtung der Finanzen und des Gemeinwohls der gesamten Stadt. E i n e s ist für solche Groß-Projekte aber ganz wichtig: ein breiter politischer Konsens.
Dies war auch mein Motto im Wahlkampf und es soll auch die Handlungsmaxime für meine Amtszeit sein:
Mühlacker einen.
Einigkeit macht stark! Nach innen – und nach außen.
Meine Vision ist ein starkes und selbstbewusstes Mittelzentrum Mühlacker mit einem ausgeprägten Wir-Gefühl und mit Stolz auf das, was Mühlacker zu bieten hat.
Ein ganz wunderbares Projekt und Beispiel hierfür ist die kleine Gartenschau.
23 Städte und Gemeinden hatten sich für ein solches Grünprojekt im Zeitraum von 2015 bis 2018 beworben.
Mühlacker hat es geschafft, durch eine überzeugende Bewerbung, durch den einmütigen politischen Willen und nicht zuletzt durch die rege und sehr konstruktive Beteiligung der Bürgerschaft, den Zuschlag zu erhalten. Und das auch gleich zum frühestmöglichen Zeitpunkt – schon in fünf Jahren.
An dieser Stelle möchte ich nicht nur der örtlichen, sondern auch der überregionalen Politik danken, stellvertretend und beispielhaft - auch im Hinblick auf die zukünftige Zusammenarbeit, unseren Abgeordneten, die es immer wieder verstehen, ihr Mandat und all ihre Verbindungen und Einflussmöglichkeiten zum Wohle ihres Wahlbezirks einzusetzen.
Lassen Sie uns gemeinsam das Beste für Mühlacker und seine Einwohner erreichen. Bitte setzen Sie sich, verehrte Abgeordnete, deshalb auch dafür ein, dass die kommunale Selbstverwaltung erhalten bleibt – das meine ich nicht staatsrechtlich – sondern in der täglichen Praxis der Aufgabenerfüllung. Unserem Gemeinwesen müssen ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die uns gesetzlich übertragenden Aufgaben und Leistungen erfüllen zu können.
Ein Jahr wie das anstehende muss in finanzieller Hinsicht eine Ausnahme bleiben. Kaum eine Stadt kann ihre laufenden Ausgaben mehr durch laufende Einnahmen decken.
Dies gilt auch für Mühlacker.
So wollen wir beispielsweise als Mittelzentrum und wichtiger Schulstandort das Ganztagesangebot weiter ausbauen. Zusammen mit der Schulsozialarbeit ist es sozial- und gesellschaftspolitisch sinnvoll und notwendig.
Nicht zuletzt auch für unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund. Wir können und wollen diese Menschen nicht außen vor lassen, sondern sie sind Teil unserer Stadtgemeinschaft. Ich möchte, dass sie sich zum Vorteil des Gemeinwesens einbringen und auch sie das Wir-Gefühl in Mühlacker teilen und empfinden. Ich denke auch hierfür ist die kleine Gartenschau eine gute Möglichkeit und deshalb möchte ich alle Bevölkerungsteile, Vereine und Institutionen dazu aufrufen, mit Vorschlägen, Ideen und Programmbeiträgen dieses Gemeinschaftsprojekt zu bereichern.
Welch eine Eigendynamik ein solches Projekt entwickeln kann, dafür gibt es ja ein wunderschönes Beispiel, das übrigens auch die Bewertungskommission für die Gartenschau beeindruckt hat, die Sanierung unseres Wahrzeichens der Burg Löffelstelz. Dank unglaublichem ehrenamtlichen Engagements, großer Spendenbereitschaft und eines sehr ansprechenden Kulturprogramms wurde die Anlage wieder zu einem regelrechten Anziehungspunkt für die gesamte Region.
Ein weiteres Markenzeichen von Mühlacker ist seit jeher das Kulturangebot dieser Stadt – der ausverkaufte Saal heute bestätigt dies einmal mehr.
Schon in der Weimarer Republik war Mühlacker mit seinem Uhlandbau d a s kulturelle Zentrum der Region. Die Konzertreihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau knüpft dankenswerter Weise an diese ruhmreiche Tradition an.
Der Mühlehof setzt mit seinen Kultursälen diese Tradition im Hinblick auf Theater und größere Konzerte fort, was die jüngst wieder ansteigenden Abo-Zahlen unterstreichen.
Die Kulturarbeit ist nicht nur für Mühlacker wichtig, sondern strahlt in die gesamte Region aus. Sie ist damit auch ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb der Städte – gerade in Zeiten, in denen die Bevölkerung des Landes schrumpft.
Die Stadt braucht einen solchen repräsentativen Kultursaal. Deshalb wird es einer meiner ersten Aufgaben sein, mit dem Eigentümer und dem Gemeinderat alle Möglichkeiten auszuloten, ob und wie es mit dem Mühlehof weitergeht.
Weitergehen wird es im neuen Jahr auch mit städtebaulich ganz wichtigen Projekten, nämlich der Fortführung unserer drei Sanierungsgebiete in Dürrmenz, Mühlacker und in Lienzingen. Diese Programme mit Millionenumfang lösen wiederum ein Vielfaches an privaten Investitionen aus und sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten umso wertvoller.
Im Bereich des Hochbaus möchte ich - neben den vielen Einzelmaßnahmen im Rahmen des Konjunkturprogramms - die Erweiterung des Gymnasiums nennen. Sie soll bis zum Beginn des neuen Schuljahrs abgeschlossen sein und damit Mühlacker als Schulstandort stärken und die Lernbedingungen spürbar verbessern.
Eine öffentlich-private Partnerschaft der besonderen Art hat zur städtebaulichen Aufwertung der Innenstadt beigetragen. Der Erste Teil der Anlage am Katzenbuckel, nämlich eine öffentliche Tiefgarage konnte vor wenigen Wochen seiner Bestimmung übergeben werden.
Bald schon folgt die Fertigstellung der seniorengerechten Wohnungen und des neuen öffentlichen Platzes samt neuem Fußweg im Bereich des Igelsbaches.
Der Neubau des Volksbankgebäudes konnte ja bereits im Oktober seiner Bestimmung übergeben werden.
Eine solche Partnerschaft zwischen Kommunen und Privaten kann Vorbild sein für weitere Projekte.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
das Jahr 2009 war auch das Jahr der Wahlen. Mit Ausnahme der Landtagswahlen, die im kommenden Jahr anstehen, wurden im vergangenen Jahr der Gemeinderat, der Kreistag, das Europaparlament, der Bundestag und schließlich auch der Oberbürgermeister neu gewählt.
Ich möchte an dieser Stelle nochmals meinem Amtsvorgänger, Herrn Schütterle, sowie dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung für die vergangenen - für Mühlacker erfolgreichen - 8 Jahre danken. Fünf davon habe ich als Fraktionsvorsitzender im Gemeindrat mitgestalten können und ich muss sagen, es wurde viel erreicht.
Auch in Schmölln und in Bassano endete 2009 eine Ära. Bürgermeister Bizzotto gab nach 10 Jahren sein Amt ab, bleibt aber weiterhin Stadtrat. Sein Nachfolger, Stefano
Cimatti, hat wenige Wochen nach seiner Wahl bereits seinen Antrittsbesuch in Mühlacker absolviert.
Auch in Schmölln endete eine Ära. Bürgermeister Herbert Köhler ging nach 19-jähriger sehr erfolgreicher Amtszeit in den Ruhestand. Nachfolgerin wurde Kathrin Lorenz die
ebenfalls schon bei uns in Mühlacker war.
So wird das neue Jahr 2010 - zumindest in personeller Hinsicht ein Jahr des Neuanfangs werden.
Auch bei uns im Stadtgebiet gibt es eine Vielzahl junger Vereinigungen und Kooperationen, die erfolgreiche Arbeit für die Allgemeinheit leisten.
Nennen möchte ich hier nur das soziale Netzwerk, die vielen Ehrenamtlichen, die sich für den Tafelladen engagieren, unterstützt von vielen Spendern aus dem gesamten Raum Mühlacker. Das Mehrgenerationenhaus ist ein sehr erfolgreiches Pilotprojekt und schließlich hat sich auch ein Jugendschülerrat gebildet, ein Integrationsbeirat, ein Stadtsportverband sowie eine Bürgerstiftung, um nur einige Beispiele zu nennen.
Dies alles sind neue Handlungs- und Ansprechpartner, die uns neue, interessante Ansätze für eine Zusammenarbeit bieten im Sinne einer aktiven Bürgergesellschaft.
Danken möchte ich heute generell a l l e n, die sich für Mühlacker ehrenamtlich oder beruflich engagieren und engagiert haben.
Das städtische Gemeinwesen lebt von dem Engagement jedes einzelnen und von dem, w i e er sich für die Allgemeinheit einbringt.
Mühlacker hat mit seinen Stadtteilen eine sehr aktive Bürgerschaft – wenn ich hier nur an die vielen Aktivitäten der Vereine denke, die großen Anteil haben an der Attraktivität und Ausstrahlungskraft der Stadt.
Ein hervorragendes Beispiel erfolgreicher Vereins- und Jugendarbeit ist unser Musikverein Enzberg unter der Leitung von Uli Seibold.
Viele ungezählte Übungs-Stunden stecken auch heute wieder hinter diesem anspruchsvollen Konzert.
Erhebliche Zeitanteile und Mittel wurden und werden in Enzberg generell in die Ausbildung der Musikerinnen und Musiker gesteckt. Dies sicher den Nachwuchs und gewährleistet das hohe musikalische Niveau dieses großen und großartigen Orchesters.
Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden des heutigen Neujahrskonzerts und an Tanja Hermann, die uns charmant und gekonnt durch´s Programm führt!
Ich darf Sie alle, meine sehr verehrten Damen und Herren, im Anschluss an das Konzert zum Empfang ins Foyer einladen und freue mich schon auf die Gespräche dort.
Ich wünsche Ihnen allen, liebe Gäste, ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2010. Lassen Sie uns engagiert und mit Zuversicht das Neue Jahr beginnen und gemeinsam Gutes für unser Mühlacker tun.
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verehrte Gäste des Neujahrskonzerts,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
verehrte Ehrengäste,
ich freue mich sehr, Sie erstmals als Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Mühlacker im Gottlob-Frick-Saal willkommen heißen zu dürfen.
Begrüßen möchte ich namentlich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Herrn Krichbaum,
Herrn Prof. Dr. Schweickert und Herrn Kilic sowie
die Landtagsabgeordneten, Herrn Scheuermann, Herrn Knapp und Herrn Dr. Rülke.
Ich freue mich, ferner zwei meiner Amtsvorgänger willkommen heißen zu dürfen, Herrn Ehrenbürger Gerhard Knapp sowie den seit wenigen Tagen frisch vermählten Klaus Schönfeld mit Gattin Brigitte Schönfeld, denen ich in unser aller Namen ganz herzlich gratulieren darf.
Aus unseren Nachbarkommunen begrüße ich ganz herzlich Herrn Bürgermeister Kurz aus Niefern-Öschelbronn, Herrn Bürgermeister Felchle aus Maulbronn, Herrn Bürgermeister Eiberger aus Illingen, Herrn Bürgermeister Hopp aus Knittlingen sowie Bürgermeister-Stellvertreter Walter Pflüger aus Öisheim.
Ich heiße auch alle Kreis- und Gemeinderäte herzlich willkommen sowie Vertreter unserer Kirchen, der Wirtschaft, der Vereine, Schulen und Behörden.
Zusammen mit dem Großen Blasorchester des Musikvereins Enzberg wollen wir alle gemeinsam das neue Jahr schwungvoll begrüßen und auch auf das vergangene zurückblicken.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die in den USA ihren Ausgang genommen hat, war d a s bestimmende Thema des vergangenen Jahres 2009. Und leider wird das auch im neuen Jahr so bleiben. Die wirtschaftlichen Prognosen sehen nun zwar etwas besser aus, doch ausgestanden sind die Folgen der Weltwirtschaftskrise leider noch nicht. Dies gilt insbesondere auch für die Automobilbranche und ihre Zuliefer-Betriebe.
Aus kommunaler Sicht müssen wir mit einem noch nie
dagewesenen Einbruch städtischer Einnahmen fertig werden. Gleich zweimal musste die Haushaltssatzung 2009 nach unten angepasst werden. So haben sich die Einnahmen bei der wichtigsten kommunalen Steuer, der Gewerbesteuer, in Mühlacker innerhalb nur eines Jahres halbiert!
Dennoch wurden im vergangenen Jahr wieder erhebliche Mittel investiert – vor allem im Schulbereich.
Nennen möchte ich heute aber beispielhaft ein Stadtteil-Projekt, denn es sind heute ja viele Enzberger unter uns: das neue Sportzentrum in Enzberg.
Die Vorgeschichte dieses Vorhabens reicht bis in die 70er Jahre hinein. Unser Ehrenbürger, Alt-OB Knapp, wird sich noch gut daran erinnern. In den 80er Jahren wurde das Projekt auf die ebenfalls schon lange gewünschte Verlegung der B 10 samt Hochwasserschutz abgestimmt. Diese hing wiederum mit der Sanierung des Ortskerns und diese wiederum mit der Beseitigung der 3 Bahnübergänge zusammen, die man schon vor dem 2. Weltkrieg als städtebauliches Hindernis empfand. – Man sieht also, meine sehr verehrten Damen und Herren, Kommunalpolitik ist oft eine Ausdauersportart!
Im Jahr 2009 schließlich entstanden - quasi als krönender Abschluss - die neuen Faustballplätze, Räumlichkeiten für die Jugendlichen, die in den nächsten Wochen noch angeschlossen und ausgestattet werden müssen, die beiden Fußballplätze und das Vereinsheim der Viktoria. Und dessen nicht genug, 2009 war auch noch das Jubiläumsjahr der Viktoria zu ihrem 100-jährigen Bestehen, in dem die Aktiven gleich noch eines draufsetzten und den Aufstieg in die A-Liga schafften.
Wenn man dann sogar noch darauf verweisen kann, dass der Festredner der Viktoria zum designierten Ministerpräsidenten unseres Landes wurde, kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! – perfekter geht es kaum noch.
Weshalb ich dieses Beispiel heute aber auch gewählt habe ist, dass es exemplarisch ist für viele kommunale Projekte.
Oft sind sehr viele Beteiligte unter einen Hut zu bringen, Behörden, Verbände, Private und Vereine; viele sondergesetzliche Bestimmungen zu beachten, mehrere Geldquellen müssen angezapft werden - und natürlich, das Hauptorgan der Stadt, der Gemeinderat, muss zusammen mit der Verwaltung alles unter einen Hut bringen und die erforderlichen Beschlüsse fassen.
Eingehende Diskussionen sind hierzu in den Gremien nötig unter Beachtung der Finanzen und des Gemeinwohls der gesamten Stadt. E i n e s ist für solche Groß-Projekte aber ganz wichtig: ein breiter politischer Konsens.
Dies war auch mein Motto im Wahlkampf und es soll auch die Handlungsmaxime für meine Amtszeit sein:
Mühlacker einen.
Einigkeit macht stark! Nach innen – und nach außen.
Meine Vision ist ein starkes und selbstbewusstes Mittelzentrum Mühlacker mit einem ausgeprägten Wir-Gefühl und mit Stolz auf das, was Mühlacker zu bieten hat.
Ein ganz wunderbares Projekt und Beispiel hierfür ist die kleine Gartenschau.
23 Städte und Gemeinden hatten sich für ein solches Grünprojekt im Zeitraum von 2015 bis 2018 beworben.
Mühlacker hat es geschafft, durch eine überzeugende Bewerbung, durch den einmütigen politischen Willen und nicht zuletzt durch die rege und sehr konstruktive Beteiligung der Bürgerschaft, den Zuschlag zu erhalten. Und das auch gleich zum frühestmöglichen Zeitpunkt – schon in fünf Jahren.
An dieser Stelle möchte ich nicht nur der örtlichen, sondern auch der überregionalen Politik danken, stellvertretend und beispielhaft - auch im Hinblick auf die zukünftige Zusammenarbeit, unseren Abgeordneten, die es immer wieder verstehen, ihr Mandat und all ihre Verbindungen und Einflussmöglichkeiten zum Wohle ihres Wahlbezirks einzusetzen.
Lassen Sie uns gemeinsam das Beste für Mühlacker und seine Einwohner erreichen. Bitte setzen Sie sich, verehrte Abgeordnete, deshalb auch dafür ein, dass die kommunale Selbstverwaltung erhalten bleibt – das meine ich nicht staatsrechtlich – sondern in der täglichen Praxis der Aufgabenerfüllung. Unserem Gemeinwesen müssen ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die uns gesetzlich übertragenden Aufgaben und Leistungen erfüllen zu können.
Ein Jahr wie das anstehende muss in finanzieller Hinsicht eine Ausnahme bleiben. Kaum eine Stadt kann ihre laufenden Ausgaben mehr durch laufende Einnahmen decken.
Dies gilt auch für Mühlacker.
So wollen wir beispielsweise als Mittelzentrum und wichtiger Schulstandort das Ganztagesangebot weiter ausbauen. Zusammen mit der Schulsozialarbeit ist es sozial- und gesellschaftspolitisch sinnvoll und notwendig.
Nicht zuletzt auch für unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund. Wir können und wollen diese Menschen nicht außen vor lassen, sondern sie sind Teil unserer Stadtgemeinschaft. Ich möchte, dass sie sich zum Vorteil des Gemeinwesens einbringen und auch sie das Wir-Gefühl in Mühlacker teilen und empfinden. Ich denke auch hierfür ist die kleine Gartenschau eine gute Möglichkeit und deshalb möchte ich alle Bevölkerungsteile, Vereine und Institutionen dazu aufrufen, mit Vorschlägen, Ideen und Programmbeiträgen dieses Gemeinschaftsprojekt zu bereichern.
Welch eine Eigendynamik ein solches Projekt entwickeln kann, dafür gibt es ja ein wunderschönes Beispiel, das übrigens auch die Bewertungskommission für die Gartenschau beeindruckt hat, die Sanierung unseres Wahrzeichens der Burg Löffelstelz. Dank unglaublichem ehrenamtlichen Engagements, großer Spendenbereitschaft und eines sehr ansprechenden Kulturprogramms wurde die Anlage wieder zu einem regelrechten Anziehungspunkt für die gesamte Region.
Ein weiteres Markenzeichen von Mühlacker ist seit jeher das Kulturangebot dieser Stadt – der ausverkaufte Saal heute bestätigt dies einmal mehr.
Schon in der Weimarer Republik war Mühlacker mit seinem Uhlandbau d a s kulturelle Zentrum der Region. Die Konzertreihe „Mühlacker Concerto“ im Uhlandbau knüpft dankenswerter Weise an diese ruhmreiche Tradition an.
Der Mühlehof setzt mit seinen Kultursälen diese Tradition im Hinblick auf Theater und größere Konzerte fort, was die jüngst wieder ansteigenden Abo-Zahlen unterstreichen.
Die Kulturarbeit ist nicht nur für Mühlacker wichtig, sondern strahlt in die gesamte Region aus. Sie ist damit auch ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb der Städte – gerade in Zeiten, in denen die Bevölkerung des Landes schrumpft.
Die Stadt braucht einen solchen repräsentativen Kultursaal. Deshalb wird es einer meiner ersten Aufgaben sein, mit dem Eigentümer und dem Gemeinderat alle Möglichkeiten auszuloten, ob und wie es mit dem Mühlehof weitergeht.
Weitergehen wird es im neuen Jahr auch mit städtebaulich ganz wichtigen Projekten, nämlich der Fortführung unserer drei Sanierungsgebiete in Dürrmenz, Mühlacker und in Lienzingen. Diese Programme mit Millionenumfang lösen wiederum ein Vielfaches an privaten Investitionen aus und sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten umso wertvoller.
Im Bereich des Hochbaus möchte ich - neben den vielen Einzelmaßnahmen im Rahmen des Konjunkturprogramms - die Erweiterung des Gymnasiums nennen. Sie soll bis zum Beginn des neuen Schuljahrs abgeschlossen sein und damit Mühlacker als Schulstandort stärken und die Lernbedingungen spürbar verbessern.
Eine öffentlich-private Partnerschaft der besonderen Art hat zur städtebaulichen Aufwertung der Innenstadt beigetragen. Der Erste Teil der Anlage am Katzenbuckel, nämlich eine öffentliche Tiefgarage konnte vor wenigen Wochen seiner Bestimmung übergeben werden.
Bald schon folgt die Fertigstellung der seniorengerechten Wohnungen und des neuen öffentlichen Platzes samt neuem Fußweg im Bereich des Igelsbaches.
Der Neubau des Volksbankgebäudes konnte ja bereits im Oktober seiner Bestimmung übergeben werden.
Eine solche Partnerschaft zwischen Kommunen und Privaten kann Vorbild sein für weitere Projekte.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
das Jahr 2009 war auch das Jahr der Wahlen. Mit Ausnahme der Landtagswahlen, die im kommenden Jahr anstehen, wurden im vergangenen Jahr der Gemeinderat, der Kreistag, das Europaparlament, der Bundestag und schließlich auch der Oberbürgermeister neu gewählt.
Ich möchte an dieser Stelle nochmals meinem Amtsvorgänger, Herrn Schütterle, sowie dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung für die vergangenen - für Mühlacker erfolgreichen - 8 Jahre danken. Fünf davon habe ich als Fraktionsvorsitzender im Gemeindrat mitgestalten können und ich muss sagen, es wurde viel erreicht.
Auch in Schmölln und in Bassano endete 2009 eine Ära. Bürgermeister Bizzotto gab nach 10 Jahren sein Amt ab, bleibt aber weiterhin Stadtrat. Sein Nachfolger, Stefano
Cimatti, hat wenige Wochen nach seiner Wahl bereits seinen Antrittsbesuch in Mühlacker absolviert.
Auch in Schmölln endete eine Ära. Bürgermeister Herbert Köhler ging nach 19-jähriger sehr erfolgreicher Amtszeit in den Ruhestand. Nachfolgerin wurde Kathrin Lorenz die
ebenfalls schon bei uns in Mühlacker war.
So wird das neue Jahr 2010 - zumindest in personeller Hinsicht ein Jahr des Neuanfangs werden.
Auch bei uns im Stadtgebiet gibt es eine Vielzahl junger Vereinigungen und Kooperationen, die erfolgreiche Arbeit für die Allgemeinheit leisten.
Nennen möchte ich hier nur das soziale Netzwerk, die vielen Ehrenamtlichen, die sich für den Tafelladen engagieren, unterstützt von vielen Spendern aus dem gesamten Raum Mühlacker. Das Mehrgenerationenhaus ist ein sehr erfolgreiches Pilotprojekt und schließlich hat sich auch ein Jugendschülerrat gebildet, ein Integrationsbeirat, ein Stadtsportverband sowie eine Bürgerstiftung, um nur einige Beispiele zu nennen.
Dies alles sind neue Handlungs- und Ansprechpartner, die uns neue, interessante Ansätze für eine Zusammenarbeit bieten im Sinne einer aktiven Bürgergesellschaft.
Danken möchte ich heute generell a l l e n, die sich für Mühlacker ehrenamtlich oder beruflich engagieren und engagiert haben.
Das städtische Gemeinwesen lebt von dem Engagement jedes einzelnen und von dem, w i e er sich für die Allgemeinheit einbringt.
Mühlacker hat mit seinen Stadtteilen eine sehr aktive Bürgerschaft – wenn ich hier nur an die vielen Aktivitäten der Vereine denke, die großen Anteil haben an der Attraktivität und Ausstrahlungskraft der Stadt.
Ein hervorragendes Beispiel erfolgreicher Vereins- und Jugendarbeit ist unser Musikverein Enzberg unter der Leitung von Uli Seibold.
Viele ungezählte Übungs-Stunden stecken auch heute wieder hinter diesem anspruchsvollen Konzert.
Erhebliche Zeitanteile und Mittel wurden und werden in Enzberg generell in die Ausbildung der Musikerinnen und Musiker gesteckt. Dies sicher den Nachwuchs und gewährleistet das hohe musikalische Niveau dieses großen und großartigen Orchesters.
Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden des heutigen Neujahrskonzerts und an Tanja Hermann, die uns charmant und gekonnt durch´s Programm führt!
Ich darf Sie alle, meine sehr verehrten Damen und Herren, im Anschluss an das Konzert zum Empfang ins Foyer einladen und freue mich schon auf die Gespräche dort.
Ich wünsche Ihnen allen, liebe Gäste, ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2010. Lassen Sie uns engagiert und mit Zuversicht das Neue Jahr beginnen und gemeinsam Gutes für unser Mühlacker tun.
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