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25. Februar 2008

Polizei hält Demonstranten in Schach

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Immer wieder kommt es zu kleinen Scharmützeln mit der Polizei.
Immer wieder kommt es zu kleinen Scharmützeln mit der Polizei.
Gedenktag der Zerstörung Pforzheims mit Kundgebungen aus dem rechten und linken Lager.

Pforzheim – Alle Hände voll zu tun hatte die Polizei, um am Samstag, 23. Februar, dem Gedenktag des Luftangriffs aus Pforzheim, Demonstranten aus dem rechten und dem linken Lager in Schach zu halten.

VON TORSTEN OCHS

Weitgehend friedlich verliefen die Kundgegebungen und die einstündige Demonstration der Linken in der Innenstadt. Die rund 500 Demonstranten, unter ihnen Mitglieder von Organisationen wie dem Bund der Antifaschisten, Pax Christi und der Friedensinitiative Pforzheim/Enzkreis, liefen, bewacht von unzähligen Einsatzkräften der Polizei, durch die Fußgängerzone und zogen über die Leopold-, Zerrenner-, Goethe- und Bahnhofstraße über den Schlossberg zurück zum Marktplatz. Mit Parolen wie „Oma, Opa und Hans-Peter: keine Opfer, sondern Täter“ kritisierten die Demonstranten, dass Teile der Geschichte am Gedenktag ausgeblendet werde.

 „In Pforzheim gab es 1945 Rüstungsindustrie und NSDAP-Wähler. Die Bombardierung Pforzheims am 23. Februar war eine Konsequenz der historischen Situation. Das wird jedoch immer wieder ausgeblendet“, sagte ein Demonstrant, der nicht namentlich genannt werden will.

 Dennoch reagierten einige Bürger, die vor der Demo am Marktplatz vorbeikamen irritiert und ratlos angesichts der überwiegend schwarz gekleideten Demonstranten, die sich für den Demonstrationszug sammelten. „Für was stehen denn die ? Sind das die Guten oder die Bösen ?“, fragte eine ältere Pforzheimerin besorgt.

 Ganz reibungslos verlief die Demo „gegen Geschichtsrevisionismus“ nicht. Es gab kleine Rangeleien zwischen Linken und der Polizei, weil nach Meinung der Linken unerlaubt gefilmt und fotografiert worden war. Außerdem wurden sechs Antifa-Mitglieder am Bahnhof vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil sie verbotene Gegenstände wie mit Quarzsand gefüllte Handschuhe mit sich trugen.

 Nach der Demo, die vom Bündnis Kritik und Aktion organisiert worden war, wurde beim Versammlungsleiter der Stadt Pforzheim eine Spontandemonstration angemeldet. Eine Gruppe von etwa 300 Personen lief in Begleitung der Polizei in Richtung Nordstadt und Wartberg, wo die Mahnwache des ultra-rechten „Freundeskreises Ein Herz für Deutschland“ stattfand. „In Höhe der Einmündung Poststraße beschädigten Teilnehmer der Demonstration eine Gedenktafel“, meldet die Polizei. Nachdem Teilnehmer der Gruppe begonnen hatten, sich zu vermummen, wurde der Gruppe eine Auflösung der Spontanversammlung und Festnahmen angedroht. Danach verließen laut Polizei die Versammlungsteilnehmer fluchtartig den Wartberg und liefen unter polizeilicher Begleitung Richtung Bahnhof und Innenstadt.

 Um 19.40 fand dann die Mahnwache des rechtsextremen „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland e. V.“ mit rund 150 Teilnehmern statt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich keine Gegendemonstranten mehr auf dem Wartberg. Die Veranstaltung verlief störungsfrei und endete nach rund 20 Minuten.

 Die Polizei zog anschließend starke Kräfte in der Innenstadt zusammen, um Ordnungsstörungen und Sachbeschädigungen zu verhindern. Durch die starke Polizeipräsenz kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen. Der Einsatzleiter der Pforzheimer Polizei, Holger Trunk, ist mit dem Verlauf des Einsatzes zufrieden: „Trotz dem regen Zulauf an Teilnehmern beider Veranstaltungen ging unser Konzept auf.“

 Eine offizielle Gedenkfeier, an der auch Gäste aus den Pforzheimer Partnerstädten Gernika und Osijek sowie der britische Botschafter Sir Michael Arthur teilnahm, fand am Nachmittag auf dem Hauptfriedhof statt (siehe separater Bericht). Eine zweite Veranstaltung der Linken zum Gedenken an verstorbene Zwangsarbeiter auf dem Buckenberg wurde abgesagt.
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