04.02.2012

Jungunternehmer spielen kreative Karte

 
Spannendes Programmpaket für 2012: Andrea Grosse (li.), Pressesprecherin der Wirtschaftsjunioren, und Dr. Ana Kugli, amtierende Kreissprecherin der Organisation, stellen die Eckpfeiler des Veranstaltungsjahres bei einem Redaktionsgespräch im Verlagshaus des Mühlacker Tagblatt vor.

Die Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald nehmen im Rahmen ihrer Aktivitäten in diesem Jahr das Thema Kreativität in den Blick

Wie Kreativität und Wirtschaft zusammenpassen, beleuchten die Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald im aktuellen Programmjahr. Das Netzwerk hat fürseine Veranstaltungen einmal mehr spannende Referenten aus Theorieund Praxis gewinnen können.

Von Maik Disselhoff

Mühlacker/Nordschwarzwald. „Helle Köpfe für die Region! Kreativ, erfolgreich, aktiv“ hat die neue Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren, Dr. Ana Kugli, als Motto für 2012 ausgerufen. Helle Köpfe hat ihr Netzwerk auch für die vielen Vorträge und Veranstaltungen gewinnen können, von denen kreative Impulse ausgehen sollen. Bei der wichtigsten Bühne des Netzwerks, dem sogenannten „Tag der Wirtschaft“, spricht unter anderem der Pforzheimer Professor Andreas Gut, der an der Hochschule für Gestaltung den Studiengang Schmuck und Objekte der Alltagskultur leitet, über den Jahresschwerpunkt der Wirtschaftsjunioren, der sich mit der Frage beschäftigt, wie viel Kreativität die Wirtschaft verträgt. Für Kreissprecherin Kugli ist klar: „Man muss als Unternehmer oder Selbstständiger kreativ sein, um am Markt überleben zu können.“ Das Netzwerk rechnet bei seiner Hauptveranstaltung am 20. April im Volksbankhaus in Pforzheim mit rund 200 Besuchern.

Neue Veranstaltungsreihe zur interkulturellen Kompetenz

Eine Premiere wird am 4. April sowie am 4. Dezember das „Weltjournal“ sein, bei dem in Vorträgen Hintergründe und Zusammenhänge der Themen Migration, Integration und interkulturelle Kompetenz beleuchtet werden sollen. Neben den theoretischen Impulsen finden sich im aktuellen Programm zudem viele Veranstaltungen mit praktischem Nutzen. „Bei internen Fortbildungen geben Junioren ihr Wissen weiter“, sagt Kugli, die beispielsweise auf Vorträge zu Rhetorik oder zum Empfehlungsmarketing verweist. Bei den Aktivitäten des Vereins geht es nicht nur um den Eigennutz für die Vereinsmitglieder. Im Gegenteil: Viele Veranstaltungen seien öffentlich, betont Andrea Grosse, die Pressesprecherin der Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald. Außerdem stellt das Netzwerk in der Region immer wieder sein soziales Engagement unter Beweis. Kugli weist auf den Garten an der Arlingerschule hin, den die Wirtschaftsjunioren in diesem Jahr ermöglichen wollen. Seit 2008 wurden bereits fünf Projekte in Pforzheim und der Region umgesetzt. Zum sozialen Engagement gehört auch das Bewerbertraining, bei dem Praktiker an Haupt- und Realschulen den Jugendlichen klarmachen, worauf es den Unternehmen ankommt. Abgerundet wird das Angebot durch eine persönliche Betreuung eines einzelnen Schülers in der gesamten Bewerbungsphase, mit dem Ziel, die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Eine weitere Aktion, die an den Schulen klasse ankomme, sei die Finanzstunde unter dem Titel „Mit dem Dispo in die Disco“, bei dem Wirtschaftsjunioren Jugendliche für den bewussten Umgang mit dem Geld sensibilisieren, so Grosse.

Angesichts des geballten Engagements verwundert es nicht, wenn Kugli darauf hinweist, dass, wer bei den Wirtschaftsjunioren Mitglied sein wolle, Aktivität bringen müsse. Dass dies nicht abschreckt, beweist die Mitgliederzahl, die stetig steige. 2010 haben die Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald im bundesweiten Vergleich das größte Wachstum verzeichnet und wurden dafür prämiert. „Das sind die Früchte unserer Aktivitäten“, sagt Pressesprecherin Grosse und fügt hinzu: „Bei uns geht es nicht ums Feiern, sondern um Inhalte.“ Was für die Mitglieder zähle, sei der Spaß, gemeinsam etwas zu bewegen.

Bis zum 40. Lebensjahr ist man Wirtschaftsjunior. Danach werde man allerdings nicht ausgemustert, sagt Grosse mit einem Schmunzeln. Dann gehöre man eben zum Freundeskreis der Junioren und könne sich so weiter engagieren. Und das lohne sich in jedem Fall, denn das Netzwerk biete viele Chancen. So hat Grosse ihre eigene Geschäftsidee aus einer Veranstaltung der Junioren heraus entwickelt. Sie verbessert mit ihrem regionalen Karrierenetzwerk „Stay“ die Kontakte zwischen Unternehmen und Hochschulabsolventen. Und wenn PR-Texterin Kugli von einem Kunden auf ein Problem mit dem Internetauftritt angesprochen wird, „kann ich auf andere Junioren verweisen, die ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung guten Gewissens weiterempfehlen kann“, schildert Kugli einen konkreten Nutzen des Netzwerks. „Eine Organisation zur Kundengewinnung wollen wir freilich nicht sein“, betont Grosse. „Wir sind vielmehr eine Trainingsorganisation und die Stimme der jungen Wirtschaft in der Region. Wir Junioren zeichnen uns durch ähnliche Denkweisen und Bedürfnisse aus.“


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